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Mit Nikon im All: Neue Bilder von der ISS 0

Verfasst am 19. Mai 2013 | Unter Ohne Namen

Mit Nikon im All: Neue Bilder von der ISS Mai19

Bereits drei Mal war der Astronaut und Hobbyfotograf Don Pettit im Weltraum. Bepackt mit mehreren Nikon-Kameras hat er in seiner Freizeit auf der Internationalen Raumstation ISS zehntausende Bilder geschossen. Eine Auswahl davon erschien kürzlich in der Online-Ausgabe vom SPIEGEL.

Satellitenbilder von der Erde kennt man zu genüge. Umso mehr faszinieren die künstlerischen Fotografien des Astronauten Don Pettit, die er im Laufe seiner Aufenthalte auf der ISS machte. Damit hat er ein Bildarchiv angelegt, das einzigartige Eindrücke aus der Erdumlaufbahn zeigt, schließlich bekommen nicht viele Fotografen die Gelegenheit, die Erde aus dieser Höhe vor die Linse zu bekommen.

Während die Raumstation die Erde umkreist, bieten sich zahlreiche spektakuläre Motive, die Don Pettit immer wieder mit Kreativität und technischem Know-how eingefangen hat. So sind z.B. Langzeitbelichtungen bei Nacht entstanden, die die Lichtspuren der vorbei ziehenden Städte und die Wanderung von Gewitterfronten eindrucksvoll zeigen. Mehrere Aufnahmen mit einer Länge von 30 Sekunden hat der Astronaut dafür übereinander gelegt. Aufgrund der Rotation verwandeln sich dabei Sterne in leuchtende Kreise, wie hier zu sehen ist:

Den besten Blick auf den Planeten hat man in dem sog. Cupola-Modul, das mit sieben Fenstern ausgestattet einen guten Überblick bietet. Mehrere Vollformat-DSLRs mit unterschiedlichen Objektiven sind hier angebracht, um die verschiedenen Blickwinkel abzudecken.

Auch HDR-Bilder liefert Don Pettit aus dem All. Das bietet sich zum Beispiel beim Einfangen des Polarlichts an, da das in größerer Höhe auftretende rote Leuchten das tiefer liegende grüne Leuchten überstrahlen würde.

Bei vielen Fotos innerhalb der ISS verwendet Don Pettit ein 8mm-Fisheye an seiner Nikon. Kein Wunder, schließlich sind die Räumlichkeiten auf der Raumstation sehr beengt, was die Verwendung von höheren Brennweiten hier eher sinnlos macht.

Für einfache Nachtaufnahmen, wie hier von Los Angeles, muss Don Pettit seine Kamera i.d.R. manuell scharf stellen - zu schwach ist das Licht für den Autofokus.

Bei einer der Kameras entfernte Don Pettit in Absprache mit der NASA den Infrarot-Sperrfilter, um auch das ansonsten heraus gefilterte, langwellige Licht nutzen zu können, das für das menschliche Auge nicht sichtbar ist und für interessante Farbspiele in den Fotografien sorgt. Unterschiedliche Landschaften lassen sich auf diese Weise gut darstellen, wie auf diesem Bild zu sehen ist. In leuchtendem Rot zeigen sich hier z.B. Mangrovenwälder, während landwirtschaftliche Nutzflächen am linken Bildrand violett erscheinen.

So sehen Korallenriffe auf einer Infrarot-Aufnahme aus:

Etwa einmal pro Woche werden die auf der ISS entstandenen RAW-Bilder zur Bodenstation übertragen. Insgesamt haben sich so bereits mehr als eine halbe Millionen Aufnahmen angesammelt. Da es sich bei den Kameras und Objektiven um handelsübliches Equipment handelt, leidet die irdische Technik verhältnismäßig stark unter der kosmischen Strahlung, der sie außerhalb der schützenden Atmosphäre der Erde ausgesetzt ist. Nach etwa einem Jahr müssen die Kameras deshalb gegen neue ausgetauscht werden.

Weitere Informationen
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/satellitenbild-der-woche-belle-isle-teilt-eisschollen-a-892748.html

Fotos: NASA

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