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Projekt OpenReflex: die Spiegelreflexkamera aus dem 3D Drucker 0

Verfasst am 27. November 2013 | Unter Interessantes

Projekt OpenReflex: die Spiegelreflexkamera aus dem 3D Drucker Nov27

Was früher noch Science Fiction war, ist längst Realität. Besonders in den letzten Jahren haben 3D-Drucker und die Möglichkeiten, die sich mit einem solchen Gerät auftun, immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Im Sommer dieses Jahres hat ein belgischer Student nun die erste druckbare Spiegelreflex-Kamera entwickelt. Die Materialkosten dafür: Gerade einmal 25 €.

Im Rahmen seiner Diplomarbeit begann der Student Léo Marius das ehrgeizige Projekt, eine voll funktionsfähige, druckbare Spiegelreflexkamera herzustellen. Mithilfe von fast ausschließlich freien Programmen und dem 3D-Drucker seiner Universität, entwarf und produzierte er die einzelnen Bauteile, die für seine Kamera notwendig sind. Dass der Apparat quasi als Bausatz daher kommt, hat dabei entscheidende Vorteile. Auf diese Weise nämlich, können einzelne Komponenten jederzeit weiterentwickelt, angepasst und ausgetauscht werden.

Das Modell von Léo Marius ist ausgestattet mit einem Anschluss für Nikkor-Objektive - dem sog. "Viewfinder", lässt sich aber soweit verändern, dass praktisch jede Linse von einem beliebeigen Hersteller verwendet werden kann. Der Verschluss muss in der aktuellen Variante noch etwas umständlich von Hand bedient werden und schafft derzeit eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde.

Bei bewegten Motiven ist die Selbstbau-Analogkamera damit natürlich überfordert, für Stillleben oder einfache Portraits reicht es aber allemal. Verwendung dürfte die 35-mm-Kamera deshalb wohl besonders in der künstlerischen Fotografie finden. Sehr gut möglich, dass sie sogar einen ähnlichen Trend auslösen wird, wie ihn die Lomografie einst erlebte. Beispielfotos zeigen, dass sich mit der SLR tatsächlich sehr gute Ergebnisse erzielen lassen.

Besonders spannend: An der Weiterentwicklung der Kamera kann sich jeder beteiligen. Alle Dateien mit den benötigten Druckdaten sind Open Source. Das bedeutet, sie können kostenlos herunter geladen und auch verändert werden. Je nach Gerät benötigt ein 3D-Drucker insgesamt etwa 15 Stunden, um alle Einzelteile fertig zu stellen. Eine weitere Stunde muss für den Zusammenbau der Komponenten eingeplant werden.

Abgesehen von der Optik ist alles, was zusätzlich für den Bau der eigenen Spiegelreflexkamera notwendig ist, in jedem herkömmlichen Baumarkt zu finden. Benötigt werden hier insbesondere einige Schrauben, mit denen das fertig gedruckte Gehäuse zusammen gehalten wird und Material, um die Kamera im Inneren gegen Lichteinfall abzudichten. Léo Marius empfiehlt hier beispielsweise schwarzes Patafix, das innen auf die Fugen gestrichen wird.

Auf http://www.instructables.com/id/3D-Printed-Camera-OpenReflex/ steht eine ausführliche, englischsprachige Anleitung bereit, die Schritt für Schritt erklärt, wie die einzelnen Komponenten zusammengesetzt werden.

Ausführlichere Informationen über den Aufbau und die Funktionsweise von 3D-Druckern können Sie unter http://www.fabricato.de/3d-druck-wiki/3d-drucker/ aufrufen. Da die Technik immer weiter verbessert wird, sind die günstigsten 3D-Drucker heute bereits für ca. 800 Euro zu haben. Die meisten bewegen sich jedoch deutlich im vierstelligen Bereich.

Weitere Informationen
http://www.instructables.com/id/3D-Printed-Camera-OpenReflex/

Fotos: OpenReflex

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