Die besten Raw-Konverter für Nikon Kamerabesitzer 1

Verfasst am 12. Januar 2015 | Unter Tests & Testberichte

Die besten Raw-Konverter für Nikon Kamerabesitzer Jan12

Wer mit seiner Nikon-Kamera gute Fotos produzieren möchte, und zwar auch bei diffusen Lichtverhältnissen, sollte beispielsweise der digitalen Spiegelreflexkamera nicht gestatten, das Bild automatisch ins JPEG-Format zu komprimieren. Denn dabei gehen erhebliche Mengen an Bildinformation verloren. In der Folge kann der Hintergrund durch unschönes Rauschen entstellt und womöglich Tiefenschärfe und Farbsättigung beeinträchtigt werden. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass eine Weiterbearbeitung dieses Fotos mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware eher nichts mehr retten kann, im Gegenteil bedeutet die Verwendung von Filtern, zum Beispiel, um die Schärfe zu korrigieren, weiteren Verlust an ursprünglich vorhandenen Bilddaten.

Daher ist es für anspruchsvollere Hobby- oder Profifotografen sinnvoll, Bilder im RAW-Modus aufzunehmen, um sie dann mithilfe eines geeigneten RAW-Konverters ohne allzu großen Datenverlust zu bearbeiten und erst anschließend in ein kompakteres Datenformat, wie zum Beispiel JEPEG oder TIFF, zu konvertieren. Nun magst Du Dich womöglich fragen, warum man überhaupt RAW-Konverter benötigt, wo doch die meisten RAW-Formate mit Photoshop & Co bearbeitet und konvertiert werden können. Dies kann verschiedene Gründe haben. So mag manchem Hobbyfotografen die Anschaffung dieser sehr teuren Allround-Software zu kostspielig sein. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass das bekannte Adobe-Programm recht groß ist und daher um voll funktionsfähig zu sein, eine entsprechend leistungsfähige Hardware benötigt. Gute RAW-Konverter sind sparsamer in der Anschaffung und benötigen weniger Arbeitsleistung am PC, leisten jedoch mitunter ebenso gute Arbeit. Interessant sind die verschiedenen Produkte auf dem Konverter-Markt für Hobbyfotografen und Profis, und zwar vor allem auch, weil die meisten Format-Wandler üblicher Weise nicht nur konvertieren, sondern auch vielfältig bearbeiten und anschließend archivieren können.
Obwohl die Hersteller mit recht verschiedenen Preisen aufwarten, sind die meisten Produkte bei Berücksichtigung des enthaltenen Leistungspaketes verhältnismäßig günstig zu erwerben. Fünf praktische Konverter sollen im Folgenden besprochen werden.

Aperture 3 (Apple)


Die Software von Apple zeichnet sich durch zahlreiche Funktionen aus, und das bei einem verhältnismäßig geringen Anschaffungspreis von um die 70 Euro. Aperture ist weit mehr als eine Konvertierungssoftware. Dennoch lag bei früheren Versionen gerade in der konvertierenden Funktion die Schwachstelle dieses Apple-Produktes. Der Hersteller hat jedoch inzwischen einiges unternommen, um die Funktion zu optimieren. Dazu gehört auch die Tatsache, dass die eigentliche Konvertierungs-Engine unabhängig von Aperture durch das Betriebssystem regelmäßig aktualisiert wird.

An RAW-Konverter werden heute aufgrund der Standards, die durch die meisten Produkte vorgegeben werden, hohe Ansprüche gestellt. Dabei ist die Bildverwaltung für die meisten Nutzer von besonderer Bedeutung. Dementsprechend kann sich die Ausstattung dieses Segments bei Aperture auch durchaus sehen lassen. Deine Bilder werden automatisch in die dazu gehörige Mediathek übernommen und sind dort anhand verschiedener Parameter, die Du selbst mitgestalten kannst, stets gut auffindbar. So können beispielsweise geographische Lokalisierungen, die den Fotos zugeordnet wurden, als Suchparameter herangezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Deine Nikon GPS-Daten automatisch den Aufnahmen beigefügt hat oder ob Du nachträglich den Aufnahmeort via Kartenansicht deinem Foto zugeteilt hast.
Manche Extras haben jedoch eher den Charakter einer Spielerei. So funktioniert die Kategorisierung Deiner Bilder mit Hilfe der Gesichtserkennung leider nur unzureichend, da die Software gelegentlich auch in Grünanlagen oder Gemäuern Gesichter zu erkennen glaubt.

Neben der Bildverwaltung ist die Bildbearbeitung als Stärke von Aperture hervorzuheben. Dabei können alle Anwendungen gezielt auf bestimmte Bildbereiche einwirken. Hierzu dient ein digitaler Pinsel, der Verbesserungen punktgenau umsetzt.
Eines der wichtigsten Tools in RAW-Konvertern ist sicherlich die Rauschunterdrückung. Selten sind die Lichtbedingungen, insbesondere im dunklen Studio, so optimal, dass in eher schattigen Bereichen keine Störungen auftreten. Gute Programme eliminieren das unerwünschte Rauschen jedoch meist effizient. Im Falle von Aperture geht diese Anwendung leider auf Kosten des Kontrastes, so dass Übergänge als deutlich zu weich wahrgenommen werden und feine Strukturen miteinander optisch verschmelzen.
Knapp auf den Punkt gebracht ist festzuhalten, dass es sich bei diesem Produkt um eine vielseitige Software handelt, die jedoch die Bildqualität weniger erfolgreich zu verbessern vermag als vergleichbare Konkurrenzprodukte.

Weitergehende Informationen: www.apple.com
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Capture NX-D (Nikon)


Es handelt sich hierbei um ein Nikon-Programm, das häufig mit der erworbenen Kamera zusammen ausgeliefert wird. Womöglich kennst du das Programm und hast es vielleicht vorschnell zugunsten aufwändigerer Konverter in Deiner Schreibtischschublade verschwinden lassen. Im Grunde verdient Capture NX-D jedoch mehr Aufmerksamkeit. Es kann das Nikon-Dateiformat NEF-File problemlos erkennen und bearbeiten. Diese Fähigkeit betrifft allerdings nicht zwingend die RAW-Formate anderer Kamera-Hersteller, wie zum Beispiel Canon. Wie schon für Aperture beschrieben verfügt auch Capture NX-D über die Fähigkeit, einzelne Bildareale gezielt mittels eines speziellen Reglers anzupassen. Auch D800RAW's und Bilderstapel in Form von BAT-Dateien können bearbeitet werden. Als Minus ist allerdings abschließend auf die fehlende Möglichkeit, ein Wasserzeichen hinzuzufügen, hinzuweisen. Positiv ist jedoch die kostenlose Nutzung hervorzuheben.

Weitergehende Informationen: www.nikonimglib.com
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Capture One 8 (Phase One)


Das insbesondere unter Profis bekannte und beliebte Produkt der dänischen Firma Phase One zeichnet sich aus durch eine vielseitig nutzbare Bilddatenbank sowie zahlreichen hilfreiche Tools zur qualitativ hochwertigen Bildbearbeitung. Der im Vergleich etwas höhere Kaufpreis von etwa 230 Euro und die detailfreudige Ausstattung weisen schon darauf hin, dass Capture One vorwiegend professionelle Fotografen ansprechen möchte. Ursprünglich ist diese Software im Übrigen für die Anwendung von Mittelformat-Aufnahmen optimiert worden, insbesondere mit dem Ziel, Daten der firmeneigenen digitalen Rückteile (für analoge Kameras) weiterbearbeiten und archievieren zu können.

Die Bilddatenbank erfüllt die meisten Ansprüche, die Profis und anspruchsvolle Amateure an sie stellen. Jedoch muss kritisch darauf hingewiesen werden, dass in Tests der Import größerer Bilddatenmengen (um die 30000 Fotos) zur Instabilität oder gar zum Absturz des Programmes führte, insbesondere betraf dies die Version der Software, die zur Nutzung mit dem Mac-Betriebssystem OS X angeboten wird. Ortsangaben zu den importierten Bildern können leider nur aufwändig so eingegeben werden, dass die Software eine hierarchische Einordnung umsetzt. Am einfachsten ist es, solche Angaben aus einer Media-Pro-Datenbank übernehmen zu lassen, da Capture One 8 entsprechend kompatibel ist.
Die Fotobearbeitung ist gemäß modernen Standards gezielt auf bestimmte Bildbereiche anwendbar. Dabei besteht aber zudem die Möglichkeit, separat in verschiedenen Ebenen zu arbeiten.
Ein besonderes Augenmerk des Produktes liegt im Bereich der Bildbearbeitung auf der Reduzierung von Moiré-Effekten, die aufgrund der Bauweise von Mittelformatkameras entstehen können.
Jedoch auch die wichtige Funktion der Rauschunterdrückung agiert sauber und ohne nennenswerte Farbverfälschungen.

Weitergehende Informationen: www.phaseone.com
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Lightroom 5 (Adobe)


Mit einem recht preiswerten Kaufpreis von etwa 130 Euro ist der Konverter der Firma Adobe ein Produkt, das optimal auf die Bedürfnisse ambitionierter Amateure und Profis ausgerichtet ist.

Lightroom 5 zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Funktionen vorangegangener Versionen dieses Konverters weiterhin ausgewählt werden können. Du als Nutzer musst Dich daher nicht sofort vollständig an neue Arbeitsbedingungen anpassen, sondern kannst weiterhin von Deiner Erfahrung mit den älteren Vorgängen zehren. Ich kann allerdings nur empfehlen, Dir die Mühe zu machen, auch neu hinzugekommene Möglichkeiten der Bildbearbeitung und Archivierung zu nutzen. Denn das lohnt sich hier!

Die Bilddatenbank ist vorbildlich ausgestattet und erlaubt hierarchische Suchoptionen anhand diverser Stichwörter. Insbesondere betrifft dies die geographische Einordnung der abgespeicherten Fotos. Jedoch kann die Filterung zusätzlich zur Schlagwortsuche auch in Form technischer Daten, die im Zusammenhang mit der Aufnahme stehen, und sogar anhand von Beschreibungstexten erfolgen.

Im Vergleich zu Mitbewerbern wie Aperture speichert Lightroom Deine Bilder platzsparend ab. So werden beispielsweise zur Archivierung von 30000 Fotos etwa 5 GB belegt, das ist eine Bildmenge, die mit Aperture einen Speicherplatz von rund 30 GB in Beschlag nimmt.
Wie schon für Aperture beschrieben wurde, können auch hier Bildbearbeitungsfunktionen gezielt mittels eines virtuellen Pinsels im Foto durchgeführt werden. Eine solche Anwendungsmöglichkeit ist deswegen sinnvoll, weil beispielsweise die Korrektur unschöner Moiré-Effekte die Qualität der Auflösung verringert. Eine lokale Anwendung schützt daher das übrige Foto vor unerwünschtem Datenverlust.

Farbrauschen und Luminanz lassen sich, wie auch in Konvertern anderer Anbieter, effektiv unterdrücken. Als Besonderheit muss Lightroom jedoch bescheinigt werden, dass die Einstellungsmöglichkeiten hierzu eine ungewöhnlich hohe Intensität der Retusche erlauben. Zu starke Rauschunterdrückung führt zum Verschmelzen feiner Details miteinander. Eine eher angemessene und schwächere Anwendung der Funktion liefert jedoch erfreuliche Erfolge ohne nennenswerte Bildverschlechterung.

Allgemein kann unter Verwendung von Lightroom 5 eine exzellente Bildqualität erreicht werden.

Weitergehende Informationen: www.adobe.com
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DXO Optics Pro 7

Der Konverter wird für Mac- und Windows-Rechner angeboten und kann eine sehr gute Bildqualität erzeugen. Jedoch liegt die Stärke des Programms eindeutig in seiner Bandbreite automatischer Einstellungen. Damit eignet sich DXO Optics Pro heutzutage eher für Amateuere, da ambitioniertere oder gar professionelle Fotografen es längst zu schätzen wissen, ihre gewünschten Einstellungen manuell durchzuführen. Nur so können Fotos gezielt und gemäß den individuellen Vorstellungen des Anwenders bearbeitet werden.
So bieten die meisten Mitbewerber Tools an, mit Hilfe derer ausgewählte Bildbereiche separat bearbeitet werden können. DXO Optics Pro hingegen verzichtet auf einen virtuellen Pinsel oder ähnliche Anwendungen zur gezielten Bildkorrektur. Aus der Sicht eines abitionierten Fotografen würde ich diesen Konverter daher als nicht mehr zeitgemäß ausgestattet kritisieren.

Bei einem Preis von um die 150 Euro für die Standardversion und der doppelten Summe zur Anschaffung der Profiausführung sollten eher Produkte anderer Anbieter mit vergleichbaren Anschaffungskosten erstanden werden.
Es fehlt zudem die Möglichkeit der Bildverwaltung, die von anderen Herstellern längst als verlässlicher Standard mitgeliefert wird.

Weitergehende Informationen: www.dxo.com
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Bildnachweis: Hersteller der Software

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Bisher ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Olaf Wieder sagt:

    Hi,

    als Nachtrag zum Thema NX-D bliebe noch zu sagen, dass die Software aktuell unter OS X 10.11 leider nicht mehr installiert werden kann, da nicht kompatibel! :-(
    Wer weiß, wann Nikon hier mal tätig wird.

Ich freue mich immer über Kommentare. Auf geht·s!

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