Die Nikon Df: Außen retro, innen Hightech 2

Verfasst am 3. Dezember 2013 | Unter Neuerscheinungen, Nikon Kamera

Die Nikon Df: Außen retro, innen Hightech Dez3

Design fusion - Die Nikon Df sorgt bereits kurz nach ihrer Markteinführung für viel Wirbel. Ob die Kombination aus historischem Design und technisch zeitgemäßer Ausstattung angenommen wird, bleibt abzuwarten. Zu faszinieren weiß die Nikon Df allemal.

Dass die neue Nikon Df aus der Reihe tanzt, sieht man bereits auf den ersten Blick. Nicht nur der Name, vor allem das Design bilden ein Alleinstellungsmerkmal und unterstreichen die Position abseits der gewohnten Produktpalette aus dem Hause Nikon.
Wer schon vor dem digitalen Zeitalter mit einer Spiegelreflex-Kamera hantiert hat fühlt sich unmittelbar zurück versetzt in eine Zeit, als Kameras noch weitgehend mechanische Apparate waren. Doch nicht nur Nostalgiker zeigen sich von der Df begeistert. Der Retro-Chic, den die Df ausstrahlt, begeistert sicher so manchen Fotografen, dem die Standard-Modelle zu gewöhnlich daher kommen.
Als modisches Spielzeug aber, sollte man die Nikon Df angesichts der Ausstattung und des angesetzten Preises von fast 3.000 Euro allerdings nicht abtun. Ein Blick ins Datenblatt offenbart das neue Vollformat-Modell als professionelles Werkzeug für anspruchsvolle Fotografen.

So verfügt die Nikon Df über den 16 Megapixel großen Sensor, der auch im derzeitigen Topmodell Nikon D4 verbaut ist – ein besonders lichtempfindlicher CMOS-Sensor im Kleinbild-Format, für herausragende Bildqualität, selbst bei Schummerlicht und hohen ISO-Werten. Diese bewegen sich, genau wie bei der D4 zwischen ISO 100 und ISO 12.800 und lässt sich auf maximal 204.800 hochdrehen. Die Farbtreue und hohe Detailschärfe dürfte damit auf dem gleichen hohen Niveau liegen, wie im doppelt so teuren Spitzenmodell.

Abgesehen vom Sensor bewegen sich die Leistungsdaten Nikon Df eher im Mittelfeld, was für die meisten Situationen aber völlig ausreichend ist. Die Bildrate bei Serienaufnahmen zum Beispiel entspricht mit 5,5 Bildern pro Sekunde der D600. Dessen Nachfolgemodell, der D610, ist die sog. "Leise Auslösung" entnommen. Bei dieser Einstellung wird der Spiegelschlag etwas gedämpft, wodurch allerdings auch die maximale Bildrate bei Serienaufnahmen deutlich sinkt.
Verarbeitet wird intern noch mit der EXPEED 3 Engine. Das überrascht ein wenig, immerhin offerierte der Hersteller fast zeitgleich das neue Einsteigermodell D5300, das bereits über den Nachfolger EXPEED 4 verfügt.
Auch beim Autofokus mag manch einer das mächtige System der D4 vermissen. Besitzer der Nikon Df müssen sich mit dem über 39 Messfelder verfügenden Autofokus-System Multi-CAM 4800 begnügen.

Der Charme des Retro-Designs macht bei der Df einen stimmigen Eindruck. Erst beim Blick auf die Rückseite und den hoch aufgelösten Monitor mit 8 cm Bildschirmdiagonale, offenbart sich das tatsächliche Alter dieser Kamera.
Aufgrund ihres Designs im Stile früherer Analogkameras, verfügt die Nikon Df über eine deutlich andere Haptik, als die Standardmodelle. Trotz der vielen Elektronik im Innern, setzen die Ingenieure außen auf jede Menge mechanische Elemente. Für alle wichtigen Funktionen - insbesondere beim manuellen Fotografieren – stehen Wahlräder und Knöpfe bereit. Wer mit älteren Spiegelreflexkameras Erfahrung hat, findet sich sofort zurecht. Wer hingegen bisher nur digital fotografiert hat, dürfte anfangs etwas irritiert sein. Die übersichtlich angeordneten Bedienelemente erklären sich allerdings praktisch von selbst, so dass auch Neulinge alter Bedienkonzepte schnell den Zugang finden.

Wer sich beim Fotografieren auch für die Haptik begeistern kann, der kommt bei der Df voll auf seine Kosten. Die hohe Verarbeitungsqualität ist jederzeit spürbar und die robust wirkenden Einstellräder signalisieren dem Fotografen immer wieder, ein echtes Werkzeug und kein Spielzeug in der Hand zu halten. Dabei ist die Df sehr handlich und unter den FX-Kameras mit gerade einmal 765 g (inkl. Akku) das leichteste Modell. Das verdankt sie in erster Linie den relativ kompakten Maßen und dem zeitgemäßen Gehäuse aus einer besonders leichten und stabilen Magnesiumlegierung. Diese schützt mit den zusätzlichen Dichtungen die Df an der Ober-, Unter- und Rückseite vor dem Eindringen von Staub und Feuchtigkeit. Das prädestiniert sie für den anspruchsvollen und rauen Außeneinsatz, außerhalb des Studios.

Nicht dass Nikon-Kameras besondere Stromfresser wären, doch die Df legt hinsichtlich der Einsatzdauer noch einmal einen drauf: Bis zu 1.400 Fotos können mit einem voll aufgeladenen EN-EL 14a Akku verschossen werden, ehe dieser an die Steckdose muss. Das reicht selbst für ausgedehnte Exkursionen, oder lange Shootings.

Die Nikon Df sieht nicht nur aus, wie eine analoge Spiegelreflex früherer Tage, sie ist auch hinsichtlich der verwendbaren Objektive offen für die Vergangenheit. Im Gegensatz zu allen bisherigen digitalen Modellen verfügt sie nämlich über einen klappbaren Blendenkupplungshebel. Dieser versetzt die Df in Lage, auch jene Linsen zu nutzen, die noch ohne AI ausgestattet waren. Mit der Df ist es möglich, auch bei Non-AI Objektiven eine Offenblendenmessung durchzuführen. Die jeweiligen Objektivmerkmale hinsichtlich der Lichtstärke und der Brennwerte können festgelegt und in der Kamera gespeichert werden.

Damit lässt Nikon den Traum vieler Nikon-Fotografen wahr werden, die ihre charakteristischen Objektive von damals schon immer an einer DSLR von heute verwenden wollten.
Beim Blick durch den optischen Sucher, dessen Pentaprisma eine beinahe 100%-ige Bildfeldabdeckung und eine 0,7-fache Vergrößerung bietet, kann im Gegensatz zu den analogen Nikons neben allen wichtigen Informationen auch die entsprechende Markierung beim Fotografieren mit DX-Objektiven und die Gitterlinien einblenden, die oftmals eine gute Hilfestellung bei der Wahl des Bildausschnittes, sowie bei der geraden Ausrichtung bieten. Noch genauer ist der ebenfalls verfügbare, virtuelle Horizont mit Doppelachse, der Auskunft über Drehung und Neigung gibt. So lässt sich die Kamera perfekt ausrichten, auch dann, wenn keine klare Horizontlinie im Bild ist.

Funktionell ist die Df auch ansonsten alles andere als retro und so finden sich in den Menüs zum Beispiel diverse Bildbearbeitungsoptionen und Filtereffekte, eine HDR-Funktion, Active D-Lighting und umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten auf Farbton, Sättigung und Schärfe mit den Picture-Control-Konfigurationen, noch vor der Aufnahme.

Nur bei ausgewählten Nikon-Händlern ist die Df pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ab Ende November erhältlich und das auch ausschließlich im Kit mit dem AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G SE Objektiv. SE steht hier für Special Edition, da es sich dabei um das eigens für die Nikon Df überarbeitete und im Design angepasste Festbrennweitenobjektiv handelt.
Die unverbindliche Preisempfehlung setzt Nikon bei 2.999 Euro an.

Weitere Informationen
http://www.nikon.de/de_DE/product/digital-cameras/slr/professional/df/

Fotos: Nikon

Kommentare per RSS

Bisher 2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Carsten sagt:

    Gefällt mir viel besser als die anderen Modelle wie etwa http://www.ebay.de/bhp/nikon-d4 von Nikon. Hat eben sowas altes und schickes, nicht so eine normale Plastikoptik.

  2. Eugen sagt:

    Ich liebe dieses Retro-Design! Leider ist die Kamera nicht bei Amazon verfügbar. Daher wird wohl meine nächste Kamera eine Fujifilm X100T im schönen Retro-Look werden.

Ich freue mich immer über Kommentare. Auf geht·s!

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